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Zeitzeugen aus Polen zu Gast im Marianum

Seit drei Jahren besuchen ehemalige polnische Lagergefangene das Marianum. Ziel dieser Besuche ist es, einen Beitrag zur Wiedergutmachung für erlittene Gefangenschaft und Gewalt zu leisten sowie Freundschaften zwischen Bürgern der heutigen Nachbarstaaten Polen und Deutschland zu fördern.

Realschulleiter Stefan Zeier und Schulleiter Dr. Lothar Schöppner begrüßten die Gäste am 04. Juni 2009 mit den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe zehn in der Aula. Richard Bok, der Küster des Doms, übersetzte und moderierte das Gespräch souverän.

Foto: Stefan Zeier

So hörten die Schüler authentische Berichte von der Ohnmacht, einfach ohne Angabe von Gründen in Gefangenschaft zu geraten, vom Lageralltag mit Angst, Gewalt und Tod, aber auch von der Erleichterung und Freude, nach dem Ende der Nazi-Herrschaft wieder frei zu sein und weiter leben zu können. Lager bedeutete damals für Kinder von zwölf oder 14 Jahren harte Arbeit und schlechte Ernährung mit trockenem Brot und Brennesselsuppe. „Aber das sei ja gesund, sagt man heute“, stellte eine polnische Seniorin mit einem Lächeln fest.

Bewegend war der Moment, als einer der Senioren den Schülern auf ihr Bitten hin die eintätowierte KZ-Nummer auf seinem Oberarm präsentierte. Gegenüber Deutschland und den Deutschen hegten die Besucher nach ihrer Auskunft heute keinerlei Groll mehr, sie freuten sich über den Deutschlandbesuch und fühlten sich sehr freundlich aufgenommen.



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