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Nachrichten aus dem Marianum

Der Euro bleibt
08.12.2013 22:56

Von: Andreas Sehn


Am Mittwoch, 27.11., hielt der renommierte Mainzer Wirtschaftsprofessor und Währungsexperte Karlhans Sauernheimer im Marianum Fulda vor Schülern/innen der Jahrgangsstufen 11 -13 einen fundierten Vortrag über „Die Zukunft der Euro“.


Um den Schülern die aktuelle Problematik der Eurozone und deren zukünftige Entwicklung nahezubringen, erläuterte  Sauernheimer zunächst in einem kurzen Überblick die Währungsgeschichte der Bundesrepublik,- mit einem kleinen Vorgriff sogar ab der Stunde Null-bis zur Einführung des Euro 1999. Nicht zuletzt der Wunsch, das nach der Wiedervereinigung größer gewordene Deutschland in die europäische, westlich orientierte Staatengemeinschaft zu integrieren, habe 1992 im Maastrichter Vertrag zu dem Beschluss geführt, eine gemeinsame Währung einzuführen. Ein wichtiger Bestandteil dieses Vertrages sei die sogenannte No-bail-out-Klausel gewesen, d.h. kein Land habe für die Schulden eines anderen Landes haften sollen. Um die Geldpolitik zu zentralisieren, sei die EZB gegründet worden, Finanz-und Lohnpolitik sollten aber Aufgabe der Mitgliedsstaaten bleiben.  In den ersten zehn Jahren habe sich der Euro auch als stabile Währung erwiesen. Der Begriff Eurokrise für die problematische Situation ab 2009 sei folglich nicht korrekt, da es sich eher um eine Wirtschaftskrise in Euro-Ländern gehandelt habe als um eine Krise des Euro. Im Falle Griechenlands sei dann, so Sauernheimer, der „Sündenfall“eingetreten : Die No-bail-out-Klausel sei mit dem Rettungsschirm aufgegeben worden. Strenge Auflagen mit entsprechender Kontrolle („Troika“) sollten zu einer  Haushaltskonsolidierung führen, weitere Vorschläge wie Eurobonds oder gar ein Schuldenschnitt für die Krisenländer seien aber umstritten. Abschließend äußerte Sauernheimer, dass es angesichts dieser umstrittenen wirtschafts –und finanzpolitischen Maßnahmen nicht leicht sei, die Zukunft der Eurozone zu beurteilen. Doch glaube er an den Euro, zumindest den des Maastrichter Vertrages. Allerdings könne eine Fortsetzung der instabilen Situation in wirtschaftlich wichtigen Eurostaaten wie Frankreich und Italien auch dessen Fortbestand gefährden. Dem Vortrag schloss sich eine lebhafte Diskussion an, in der Professor Sauernheimer nicht nur die vielfältigen Fragen der Schüler beantwortete, sondern auch durch eigene Fragestellungen die Anwesenden zum Nachdenken brachte.


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