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Nachrichten aus dem Marianum

Berlinfahrt der PoWi-LKs der 12+13
06.04.2014 21:28

Von: Franziska Stumpf, 12d


Mitte Februar fuhren die beiden PoWi-Leistungskurse der 12. und 13. Jahrgangsstufe unserer Schule für vier Tage in unsere Bundeshauptstadt. Hiermit folgten wir einer Einladung von Frau Birgit Kömpel (MdB, SPD). Plan war, unsere Hauptstadt politisch und kulturell zu entdecken. Ich denke, dieser Plan ist gelungen.


Nach der Ankunft am Mittwochabend im „Jugendgästehaus Central“ hatten wir Zeit zur freien Verfügung. Am Donnerstagvormittag trafen wir uns vor dem Bundestag. Nach einer Sicherheitskontrolle, einer Einweisung und Erklärungen um und über die folgende Plenarsitzung wurden wir auf die Zuschauerempore gelassen. In den fortlaufenden Debatten konnten wir beinahe hautnah miterleben, wie Sprecher der verschiedenen Fraktionen ihren Standpunkt vertraten. Bei der Frage um die Verlängerung des Afghanistaneinsatzes und der anschließenden Debatte über die (fehlenden) Rechte der sogenannten „Miniopposition“ stellten wir fest, dass der deutsche Bundestag in einigen Punkten einem großen Klassenzimmer durchaus ähnelt. Gegenüber den spärlich besetzten „Schülerreihen“ (Mitglieder der Fraktionen), die sich in verschieden große Grüppchen geteilt hatten, sitzt ein „Lehrer“ (Sitzungspräsident). Alle schauen auf den referierenden „Schüler“, der vor dem „Lehrer“ steht. Nein – nicht alle. Einige sind zu sehen, die desinteressiert von dem, was sich abspielt, tuscheln oder sich mit technischen Geräten die Langeweile zu vertreiben suchen oder mit ihrer Arbeit beschäftigt sind. Trotz der Erinnerung an den Alltag lauschten wir interessiert den Rednern.In einer anschließenden Diskussion mit Frau Kömpel konnten wir uns einmal auf persönlicher Ebene mit einer Politikerin unterhalten. Wir stellten Fragen und tauschten uns mit der Bundestagsabgeordneten aus Fulda über politische Themen aus. Angeregt unterhielten wir uns hierbei beispielsweise über die sogenannte Frauenquote. Für den Nachmittag war eine Führung an der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße geplant. Unsere Führerin führte uns über das Museumsgelände, während sie uns alles Wissenswerte verdeutlichte. Wir konnten Teile (teils original, teils nachgebaut) der Mauer, die Ost- und Westberlin Jahre trennte, betrachten. Bewegt lauschten wir an einer Gedenktafel einigen persönlichen Geschichten rund um die Berliner Mauer, Fluchtversuche, die mit dem Tod scheiterten, oder traurige schicksalhafte Unglücke. Hier erlebte man die Geschichte unseres Landes einmal anders: auseinandergerissene Familien, Freundschaften, Gemeinden, stumme Hilfeschreie in Form von Fluchtversuchen, gescheitert oder gelungene – über beispielsweise Tunnel – eine grausame Grenzanlage, Grenzsoldaten und deren Verhalten und Methoden. Als nach 1 ½ Stunden unsere Führung in den Grundmauern eines ehemaligen Hauses der Bernauer Straße endete, bedankten wir uns beinahe sprachlos für diesen spannenden Ausflug in die Vergangenheit.Der Freitagnachmittag begann mit einer spannenden Geschichtsstunde. Eine Exkursion in das ehemalige Gefängnis Hohenschönhausen führte uns in die Welt der gefassten und verurteilten „politischen Verbrecher“ der DDR. Das in Berlin befindlich Gebäude wurde von 1945-1951 von der Sowjetunion als Untersuchungsgefängnis genutzt und anschließend vom Ministerium für Staatssicherheit übernommen und bis 1989 als zentrale Untersuchungshaftanstalt genutzt, um „Gefährder der bestehenden Ordnung zu bestrafen und ihre „Schandtaten“ zu verhindern. Im „U-Boot“, dem Kellergefängnis, lief es einem beim Betrachten der Einzelzellen kalt den Rücken hinunter. Tatsachenberichte eines früheren Gefangenen schockten uns. Einzelhaft. Befragungen. Strenge, unmenschliche Regeln. Physische und später psychische Folter. – Das Leben eines eingesperrten Menschen, der sich in den meisten Fällen nichts Verwerfliches zu Schulden hat kommen lassen.Der nächste Tag war leider schon unser letzter in Berlin. Erneut machten wir uns auf den Weg zum Reichstagsgebäude. Nach dem Passieren der Sicherheitskontrollen fuhren wir in Aufzügen bis ganz nach oben. Ein Kuppelbesuch sollte unseren Ausflug abrunden. Teilweise mit Guides ausgestattet, wanderten wir den spiralförmigen Weg bis direkt unter das Glasdach hinauf. Hier erwartete uns ein Rundum-Panorama über Berlin. Bei herrlichem Wetter verdeutlichte der Ausblick uns noch einmal die Größe und Einzigartigkeit dieser Stadt. Mit diesem letzten Eindruck unserer Hauptstadt verabschiedeten wir uns und fuhren mit dem Zug gen Heimat.


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