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Nachrichten aus dem Marianum

Vom Einreißen der Mauern
14.07.2015 07:17

Von: Sophie Helf & Marcel Bub


Vortrag und Podiumsdiskussion an der Freiherr-vom-Stein-Schule


Dr. Lothar de Maizière, Foto: Elmar Kramm

Gemeinsam müssen wir daran arbeiten, die noch bestehenden Mauern in den Köpfen der Menschen einzureißen.“ Mit dieser Aufforderung schloss das Zeitzeugengespräch an der Freiherr-vom-Stein-Schule mit Ehrengast Dr. Lothar de Maizière. Der Musiker, Rechtsanwalt und CDU-Politiker war am Donnerstag, 9. Juli, in dem Fuldaer Gymnasium zu Gast und sprach vor Schülerrinnen und Schülern verschiedener Grund- und Leistungskurse, von denen vom Marianum die Politik und Wirtschaft-Leistungskurse von Frau Zentgraf und Herrn Krauß anwesend waren. Nach einem musikalischen Beitrag junger Musiker der Freiherr von Stein Schule referierte Dr. de Maizière über die Anfänge der „Friedlichen Revolution“ im Osten Deutschlands, den Mauerfall und die sich anschließende Wiedervereinigung. Der erste demokratisch gewählte und zugleich letzte Ministerpräsident der DDR zog einen Bogen von spürbaren Veränderungen in den 1980er Jahren über die Grenzöffnung in Ungarn bis hin zum zwar ersehnten aber doch unerwarteten Mauerfall. Er bot Einblicke in die damals auf Disziplin basierende Mentalität der Bürgerinnen und Bürger der DDR sowie die schwierige Lage der Übergangsregierung im Jahr 1989. Ein weiterer Punkt seines Vortrags war der Zwei-plus-Vier-Vertrag, zu dessen Unterzeichnern auch er gehört. De Maizière schloss seinen Vortrag mit dem Zitat des franz. Religionswissenschaftlers Ernest Renan, „Eine Nation hat das Bewusstsein einer gemeinsame Geschichte und verspürt den Wunsch nach einer gemeinsamen Zukunft.“ Im Anschluss wurde die Runde um weitere Zeitzeugen aus der Lehrerschaft ergänzt. Die Lehrerinnen und Lehrer formulierten ebenfalls subjektive Eindrücke der Geschehnisse vor 25 Jahren. Nun wurden von den Schülerinnen und Schülern Fragen gestellt, die sich an Dr. de Maizière richteten. Thematisiert wurden unter anderem die Wirtschaft der DDR, die Rolle de Maizières in der Zusammenarbeit mit dem damaligen Kanzler Helmut Kohl, biographische Aspekte sowie die Qualität der Aufarbeitung im Bezug auf das SED-Regime und das Ministerium für Staatssicherheit. De Maizières Antworten waren zwar stellenweise etwas allgemein und ausweichend gefasst, boten jedoch weitreichende Informationen über die damals abgelaufenen transnationalen Geschehnisse. Die offen gebliebenen Fragen sorgten anschließend für rege Diskussionen aber auch für Irritation unter der Schülerschaft.


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