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Nachrichten aus dem Marianum

„Religionsfreiheit unter Druck - Christen in Gefahr“ unter diesem Motto steht eine Ausstellung von missio, die gestern in einer Feierstunde am Marianum eröffnet wurde.
21.05.2019 12:16

Von: Ulrich Kleemann


Die Ausstellung, die noch für drei Wochen in der Schule zu sehen ist und dann auf eine Reise durch Deutschland geht, will über die vielfältigen Ursachen aufklären, warum heute das Menschenrecht auf Religionsfreiheit in über 180 Ländern verletzt wird und möchte zu einer gleichermaßen engagierten wie sachlichen Diskussion in Deutschland beitragen.


Der Schulleiter des Marianums, Steffen Flicker, begrüßte zur Ausstellungseröffnung in der Aula als Ehrengäste den neuen Fuldaer Bischof Michael Gerber, den Bundestagsabgeordneten Michael Brand, die leitende Schulamtsdirektorin des Bistums Fulda, Julia Metzger, Ludwig Orth für die Marianums GmbH, Pater Jens Watteroth für den Orden der Oblaten sowie Paulina Hauser, Steffen Jahn und Katja Nikles vom internationalen Katholischen Hilfswerk missio.


In seiner Begrüßungsansprache machte Flicker deutlich, dass sich die Situation der Christen in aller Welt 70 Jahre nach Inkrafttreten des Grundgesetzes und damit auch der Menschenrechte spürbar verschlechtert hat. Die Religionsfreiheit sei ein verbrieftes Recht, allerdings gäbe es großen Anlass zur Sorge, denn weltweit werden immer mehr Menschen um ihres Glaubens willen ermordet. Flicker sprach dabei die Geschehnisse unter anderem in Sri Lanka, Burkina Faso und Nigeria an. Allein in dem afrikanischen Staat seien im Jahr 2018 3731 Christen wegen ihres Glaubens willkürlich ermordet worden.

Das Thema „Religionsfreiheit“ sei hochaktuell und deswegen freue er sich, dass er die missio Ausstellung am Marianum eröffnen durfte und bedanke sich sogleich bei Katja Nikles von missio, die, eigens aus Aachen angereist, einen Impulsvortrag zum Thema Religionsfreiheit hielt. Religionsfreiheit sei ein Menschenrecht, über das man auch diskutiert. Solch einen Meinungsaustausch gäbe es in Deutschland auch immer wieder, wenn man zum Beispiel an das Für und Wider der Kreuze in deutschen Klassenzimmern denke. Besorgniserregend sei es jedoch, dass in etwa 150 Staaten der Erde Menschen ob ihrer Religionszugehörigkeit diskriminiert, verfolgt, eingesperrt oder getötet werden.


Im Anschluss an ihren Vortrag interviewte Steffen Flicker den neuen Fuldaer Bischof Michael Gerber zum Thema des interreligiösen Dialogs.

Gerber stellte heraus, dass die verschiedenen Religionen schon oft missbraucht wurden, Gewalt auszuüben. Es reiche nicht aus zu sagen, dass die persönliche Religion eigentlich friedlich sei. Der Dialog müsse auf allen Ebenen geführt werden, nicht nur mit den religiösen Führern sondern auch mit den einfachen Menschen.

Michael Brand, der Vorsitzende des Ausschusses für Menschenrecht im deutschen Bundestag, ergänzte, dass wir einen wahrhaften Dialog zwischen den Religionen führen müssen, extremistische Tendenzen würden immer stärker und es nütze nichts, sich nur aus der Ferne für Religionsfreiheit einzusetzen. Er rief den Schülern in der Aula des Marianums zu, dass man sich für das Menschenrecht Religionsfreiheit immer wieder einsetzen müsse, es dürfe keine Eintagsfliege sein.

Bischof Gerber wünschte zum Abschluss der Veranstaltung den Schülern, dass sie sich immer wieder mit dem eigenen Glauben auseinandersetzen sollten, um auch größere Herausforderungen des Lebens bewältigen zu können.


Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellungseröffnung vom Jugendblasorchester des Marianums unter Leitung von Karl-Heinz Vogel.


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